Meine Erfahrungen als Käufer im Internet

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Gerade ärgere ich mich wieder total. Vorgestern kam ein riesengroßes Service an. Wunderschön eigentlich, von Villeroy & Boch natürlich, edel. Mit breitem Goldrand an Tassen (innen und außen) und Tellern. Nicht gerade ein Schnäppchenpreis, aber da wir das Geschirr noch nicht in unseren Regalen haben, freuten wir uns darauf, unseren Kunden etwas Seltenes anbieten zu können. Das Geschirr hatten wir über Ebay Kleinanzeigen gefunden und die Verkäuferin war total nett. Anschließend hatten wir dann auch telefoniert, das Geld überwiesen und als das Geschirr super verpackt in einem großen, stabilen Karton ankam, freuten wir uns schon. Dann beim Auspacken doofe Gesichter bei meinem Mann und mir. Sollte ja ein Service mit Goldrand sein – war aber ein Service mit Stellen von Goldrand. Sprich: an den allermeisten Tellern ist der Rand komplett abgerieben. An den Tassen von außen gar nicht zu sehen, dass da mal irgendwann ein Goldrand war. Lediglich die Suppenteller und Milch/Zucker sind in Ordnung. Den Rest kann man nicht gebrauchen. Natürlich sofort eine Email an die Verkäuferin geschrieben und als Antwort kam das, was in solchen Fällen immer kommt: das Geschirr wäre ja nicht kaputt (doch, ein paar Teller sind zusätzlich auch noch angeschlagen), es wäre halt gebraucht, es wäre schon älter, es wäre in einem guten Zustand, Milch und Zucker wären ja schließlich neu (klar, man hat es etwas seltsam beschrieben und ein potentieller Käufer könnte auf die Idee kommen, dass dieses Wort „neu“ sich auf alle Teile bezieht), man würde aber weder eine Rückgabe akzeptieren noch sonstwas.

Grummel, grummel, aber was bleibt uns übrig? Wegen so einem Fall zum Anwalt rennen? Mit welchem Ergebnis? Also 150 Euro in die Tonne kloppen?

Und schon kam dann gestern der nächste Ärger in Form einer Butterdose von Alt Straßburg. Ich hatte mich so gefreut, sie war nach Aussage der lieben und netten Verkäuferin wie neu. Und sie würde sie auch gut und sicher mit Luftpolsterfolie verpacken. Die Butterdose kam an – in einem Briefkuvert. Ich dachte erst, ich sehe nicht richtig. In einem wattierten Umschlag waren Unterteil und Oberteil nebeneinander (mit Luftpolsterfolie umwickelt) verschickt worden. Da wäre ich ja im ganzen Leben nicht auf die Idee gekommen, dass das jemand machen könnte. Erklärung: das Paket ist doch versichert. Hallo? Kein Versandunternehmen der Welt würde einen Porzellanartikel, der in einem Kuvert verschickt wird, anschließend ersetzen. Was sagt in so einem Fall gerne der Verkäufer: „Da kann ich ja nichts für. Schließlich ist das Paket versichert / war es ordentlich verpackt / steht ja auch Vorsicht Glas drauf“

Tja, ich weiß, dass das in meinem Job natürlich ein Risiko ist. Trotzdem ärgere ich mich immer wieder über so eine Einstellung. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich nichts dagegen machen kann, weil die meisten privaten Verkäufer kein Paypal anbieten. Ich habe schon so viel erlebt: meistens ist in den Pfefferstreuern noch Pfeffer und in den Zuckerdosen noch Zucker (und anschließend natürlich auch im ganzen Paket). Eierbecher mit angeklebtem Eigelb. Teller mit Ketchup-Resten. Seltene Kaffeebecher, die sich dann als gewöhnliche Mokkatassen herausstellen. Ganze Pakete voller Geschirr, bei dem wirklich jeder einzelne Artikel eine Macke hat. Zwei Bananenkisten umgekehrt übereinander gestapelt – eine als Unterteil, die andere als Oberteil – als Versandkarton. Schnäppchen, bis man bei Erhalt feststellt, dass zwar „6 Speiseteller“ in der Beschreibung stand, aber nur ein Speiseteller „gemeint“ war. Ganze Kaffeeservices, die ohne jegliche Umverpackung und ohne Füllmaterial in einen dünnen Karton gequetscht wurden.

 

Und gerade weil wir diesen Ärger kennen, machen wir es im Porzellankeller anders:

  • Rückgabe ist ohne weitere Erklärung möglich, wenn der Artikel wider Erwarten doch nicht gefällt oder die Maße nicht stimmen
  • sehr sorgfältige Verpackung mit verschiedensten Materialien wie Luftpolsterfolie, Schrenzpapier, Seidenpapier, Papier, Karton, Schreddermaterial
  • für jeden Artikel genaue Beschreibung mit aussagekräftigen Fotos

Reklamationen sind für uns nicht das Ende, sondern geben uns die Möglichkeit zu zeigen, dass wir einen guten Kundenservice bieten.

Wir lieben Porzellan – Sie finden es im Porzellankeller.

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