Preisvorschläge und Handeln

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„Leben und leben lassen“ – funktioniert manchmal leider nicht so gut….

Wie auf dem Flohmarkt, so biete ich meinen Kunden auch bei Ebay eine Möglichkeit zum Handeln an. Dort wird das „Preisvorschlag“ genannt. Interessanter Einfall von Ebay, aaaaaaber…..

Wenn ich einen Artikel für 25 Euro einstelle, dann ist mir dieser Betrag nicht plötzlich vor meinem inneren Auge erschienen. Ich bin auch Unternehmerin, ansonsten könnte ich mein Geschäft gleich aufgeben. Als allererstes muss ich von jedem einzelnen Verkauf kräftig Verkaufsprovision an Ebay (oder Amazon) zahlen. Nebenbei auch Einstell- und Shopgebühren. Der Betrag kommt auch dann nicht komplett bei mir an, sondern in fast allen Fällen werden ja auch noch Paypalgebühren abgezogen. Dann habe ich Kosten für Personal, Personalnebenkosten, Strom, Heizung, Wasser, Lager, Bürobedarf, Verpackungsmaterialien, Werbung, Computer, Drucker und noch einiges mehr. Jeder einzelne Artikel wird von meinen Mitarbeitern aufgelistet, gemessen, begutachtet, geknipst, auf den Computer geladen, eingestellt, zu anderen Shops rübergeladen, verpackt, Versandschein geschrieben und ausgedruckt – das kostet Zeit und die wird von uns bezahlt.

Ach ja, nicht vergessen: ich muss die Artikel auch EINKAUFEN 🙂 Ich finde sie weder im Keller noch auf dem Speicher und ich bekomme sie auch nicht geschenkt. Da wir ja vor allem seltene Service suchen, müssen wir manchmal ganz schön weit fahren, was auch wieder Benzin verbraucht.

Fazit: ich habe eine bestimmte Kalkulation und deshalb auch einen bestimmten Verkaufpreis. Ich bin aber auch bereit zu handeln. Und vor allem bei größeren Einkäufen kann ich auch einen guten Nachlaß geben. ABER: ich werde nicht plötzlich für die Hälfte vom ursprünglichen Preis verkaufen. Das ist gar nicht böse von mir gemeint, aber wenn ich das machen würde, dann wäre ich ja mit jedem Artikel heftig im Minus. Warum sollte ich das tun? Warum sollte ich all meine Zeit und meine Arbeit dafür opfern, um am Ende des Monates im Minus zu landen? Nein, ich bin sogar so dreist, dass ich sage, ich möchte mit meiner Arbeit Geld verdienen!

Fast alle Kunden verstehen das. Manche haben sich da einfach noch nie Gedanken drüber gemacht – diese möchte ich mit meinem Beitrag ansprechen. Es ist nicht böse gemeint von mir und ich bin auch nicht fies, aber meine Preise berechnen sich anders als die von einem Privatverkäufer, der das Geschirr aus dem Schrank haben will, weil ihm der Platz fehlt. Vielleicht hat er ein furchtbar häßliches Geschirr von Oma geerbt und kann damit nichts anfangen. Nach einer Scheidung sind die Partner vielleicht froh, wenn das große Sonntagsgeschirr weg ist. Diese privaten Verkäufer freuen sich über jeden Euro, den sie bekommen – aber es ist nicht ihr Job und sie müssen davon nicht am Monatsende die Rechnungen bezahlen.

Die Aussagen mancher Kunden ärgern mich dann schon: „Ich habe bei Kaufhof schon billigere Kuchenteller von Villeroy & Boch gesehen“ (obwohl es sich um ein ganz anderes Service handelt) oder „Aber ich habe vor 5 Jahren das Geschirr bei Ebay in einer Auktion für x Euro ersteigert“ (Glückwunsch, zu diesem Preis hätte ich es auch gekauft) oder „Verkäufer y ist aber billiger“ (dann hat er es garantiert billiger eingekauft als ich oder es ist nicht im gleichen Zustand). Ich streite doch bei Lidl auch nicht rum, ob ich die Marmelade schon mal irgendwo anders billiger gekauft habe. Auch wenn „andere“ die Teller billiger anbieten, heißt das doch nicht, dass ich sie dann auch zu diesem Preis anbieten muss. Und wenn mir jemand schreibt, dass er leider für den 35 Euro Artikel nur 5 Euro zur Verfügung hat – was soll ich denn da antworten? Dann kommen wir einfach nicht zusammen – ist doch auch nicht schlimm.

Ich liebe Porzellan und ich bin irre stolz, wenn ich mir unsere große Sammlung ansehen kann. Natürlich verkaufe ich es, das ist mein Job. Aber mit meinem Job will und muss ich auch Geld verdienen. Dafür biete ich dann aber auch an, was die viele private Verkäufer nicht bieten:
wir geben uns ganz viel Mühe beim Verpacken und werfen nicht mal eben alle Artikel in ein kleines Paket („Wird schon gut gehen, steht ja „Vorsicht“ drauf!“).
Ich beschreibe das Geschirr immer nach bestem Wissen und Gewissen. Es werden mehrere Fotos gemacht und Teile mit Macken / Rissen werden aussortiert.
Kommt das Geschirr trotz sorgfältiger Verpackung kaputt an, hafte ich für Transportschäden auf dem Weg.. Entspricht der Artikel nicht den Vorstellungen 
des Käufers (egal warum, es ist gar keine Begründung nötig), kann er innerhalb einer gewissen Frist ohne Angabe von Gründen alles zurückschicken.

Oh, die Steuern habe ich ja ganz vergessen. In meinen Preisen ist die Umsatzsteuer schon enthalten. Von 100 Euro sind also nur 84 Euro für mich. Ziehe ich dann noch die Gebühren von Ebay/Paypal oder Amazon ab, bin ich schon bei nur noch 69 Euro. Dann meine Mitarbeiter / Kosten. Und Einkommensteuer muss ich auch noch zahlen.

Aus all diesen Gründen ist mein Verkaufspreis dann im Normalfall höher als mein Einkaufspreis 🙂

 

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