Jahresrückblick 2016 und Jahresausblick 2017- beides gehört zusammen!

Ich fange etwas spät an, auf das Jahr 2016 zurückzublicken. Aber das ist ja bei mir eher normal 🙂 Die Blogparade von Marit Alke hat mich gerade drauf gestupst und ich nehme es einfach mal als Anlass, die in meinem Kopf durcheinander schwirrenden Gedanken zu ordnen.

2016 / 2017: Was darf bleiben – was kommt hinzu?

Vorherrschend ist bei mir das Gefühl, unendlich viel in diesem Jahr gelernt zu haben. Mein Porzellankeller besteht ja als Ebay-Shop schon seit etwa 15 Jahren und hat mal mehr, mal weniger Aufmerksamkeit von mir bekommen. Als die Kinder noch kleiner waren und ich noch studiert habe, war es eher eine „Nebenbeschäftigung“. Wenn ich mal Zeit hatte, habe ich was gemacht. Auch öfters mal nichts. Vor ein paar Jahren haben mein Mann und ich uns dann bewusst dazu entschlossen, mit dem Geschäft richtig Gas zu geben. Wobei wir gar nicht wussten, wie das aussehen soll. Wo bekommen wir denn überhaupt mehr Kunden her? Wie können wir die Gewinnspanne für den einzelnen Artikel erhöhen? Wie klappt das denn bei steigendem Umsatz mit dem Verpacken und Versenden der Artikel? Wir wollen ja, dass der Kunde seine Ware möglichst sofort bekommt. Wo finden wir überhaupt genügend interessante Artikel? Schließlich können wir ja nicht einfach einen Artikel irgendwo nachkaufen wie andere Onlinehändler. Wir sind quasi darauf angewiesen, welches Geschirr wir von Privatleuten angeboten bekommen oder was wir auf Flohmärkten finden. Und wo lagern wir dann anschließend das ganze Geschirr?

Die Beantwortung dieser Fragen hat uns das ganze Jahr 2016 beschäftigt. 2015 habe ich gefühlt einfach durchgearbeitet. Niemand konnte mir sagen, wie das jetzt funktionieren soll. Ich musste mir alle Fragen selbst beantworten. Sehr mühsam, eine nach der anderen. Es gibt zwar Tipps für Onlinehändler, aber die verkaufen Neuware, die man einfach ordern kann, wenn sie einen guten Gewinn abwerfen. Wir müssen ja suchen, bis wir das, was wir wollen, auch bekommen.Oder halt auch nicht. Eine Herausforderung – die aber auch riesigen Spaß macht. Es ist immer ein bisschen wie beim Überraschungsei: was werden wir wohl finden?

Mitte bis Ende 2015 war mir klar, dass ich so nicht weitermachen will. Das machte mir keinen Spaß mehr. Ich war nur noch am Bearbeiten von irgendwelchen Papierbergen. Und so brachte ich einiges ins Laufen: ich suchte mir eine Mitarbeiterin, die die Pakete zeitnah fertig macht. Ich suchte jemanden, der mir die Artikel in den Shop einstellte. Ich suchte mir eine Buchhaltungssoftware, die mir richtig viel Arbeit sparte. Und ich quälte mich durch den ganzen Berg Arbeit, bis all das so funktionierte, wie ich es wollte.

Die ersten Erfolge kamen dann Mitte 2016 – es funktionierte. Ich war nicht mehr nur mit Papierkram beschäftigt und konnte wieder klar denken. In diesem Jahr habe ich alles gelernt, was es zu lernen gab. Und es hat soooo einen Spaß gemacht. Ich kann jetzt das machen, was ich wirklich will. Meine Webseite www.porzellankeller.de hat sich 2016 gefühlte 15x komplett verändert. Jetzt ist sie so, wie sie mir jetzt im Moment gefällt. Wenn ich es anders haben will, nun, dann mache ich es einfach anders. Ich habe nicht mehr den Anspruch, einen perfekten Onlineshop zu haben. Dann hätte ich jemanden damit beauftragen können, der das wirklich kann. Aber ich wollte einen Shop, der MICH präsentiert. Alles, was ich ändern will, das kann ich auch selbst ändern. Wenn mir morgen die Farben nicht mehr gefallen, dann mache ich sie halt anders. Als ich einen Adventskalender mit Spielen einbauen wollte, habe ich es selbst gemacht. Ich habe ein Video von unseren Räumen eingestellt, das den Kunden zeigt, wie es bei uns aussieht. Auch meine Werbung ist auf meinem eigenen Misthaufen gewachsen. Ich poste mehrmals täglich auf Facebook und freue mich über all die Leute, die mittlerweile mitlesen und kommentieren. Abends auf dem Sofa lade ich Fotos auf Instagram hoch und habe immer mindestens ein Buch über Verkaufen / Mindset / Organisation neben mir liegen (tatsächlich ist es ein Stapel „richtiger“ Bücher und zusätzlich noch einen Kindle, randvoll mit ebooks). Ich kann mich wieder mehr auf meine Kunden konzentrieren: Emails in Ruhe beantworten oder mit den Leuten persönlich telefonieren. Unser „Lager“ ist mittlerweile eine komplette Einliegerwohnung mit vielen Regalen geworden – plus einer Packstation im Keller.

Fazit 2016: vieles, was ich schon 2015 angeleiert habe, hat sich in 2016 bewährt. Und ist verfeinert worden. Manchmal braucht man etwas Geduld. Das darf alles bleiben 🙂 Was kommt 2017 hinzu? Ich sprudle manchmal über vor lauter Ideen. Da sind noch einige Pläne, die ich gerne verwirklichen möchte. Auch außerhalb des Porzellankellers. Aber der ist und bleibt einfach mein „Baby“, das ich (auf)wachsen sehen will. Ich habe noch unglaublich vieles auf meiner Liste stehen, das ich in diesem Jahr 2017 lernen will. Denn das gibt mir unglaublich viel Energie: Fähigkeiten erlernen, damit ich anschließend alles so machen kann, wie ich es will. Wo mich das hinführt, weiß ich noch gar nicht. Das ist offen – und das ist spannend. Denn wenn mir jemand Anfang 2016 gesagt hätte, was ich Anfang 2017 mache, hätte ich das gar nicht geglaubt. Blogartikel schreiben stand zum Beispiel sowas von überhaupt nicht auf meinem Plan.

Aber ich hoffe, dass ich bei einem Jahresrückblick 2017 wieder sagen kann:                         das hat richtig Spaß gemacht!

 

Ich würde mich total freuen, wenn Ihr mir einen Kommentar oder ein „Gefällt mir“ da lasst – oder mir sogar folgt!

Endspurt….

…. oder schon Entspannung nach der Hektik?

Jetzt kommen die letzten Tage vor Weihnachten, an denen kein Versanddienst mehr garantieren kann, dass die Pakete noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest unterm Baum liegen. Das heißt, dass es hier im Porzellankeller langsam ruhiger wird.

An Weihnachten arbeite ich nicht und direkt danach fahre ich für ein paar Tage weg. Kurz mal den Kopf in den Wind halten, durchpusten lassen, gar nicht mehr denken müssen. Am Strand spazieren gehen, warmen Tee in der Strandbude trinken, Fähre fahren (das macht mir immer Spaß), frittierten Fisch essen, lesen…. einfach mal ein paar Tage komplett runterfahren.

Ich liebe Kurzurlaube. Und das muss auch gar nichts Großartiges sein. Einfach mal ein paar Tage raus aus dem Alltag und etwas anderes sehen. Vor ein paar Jahren habe ich mich in Breskens / Holland verliebt. Und möchte einfach so oft wie möglich dorthin. Aber ich habe auch noch ein paar andere schöne Orte, an denen ich gerne ein Wochenende verbringe, zum Beispiel im Hambachtal oder am Pulvermaar.

Wenn man (online) selbständig ist, lässt einen die Arbeit nie so ganz los. Mich jedenfalls. Ja, ich habe Tablet und Smartphone auch im Kurzurlaub dabei und beantworte Kundenanfragen. Ja, ich schaue immer mal wieder in meine Emails, ob was verkauft worden ist (der Verkauf läuft ganz normal weiter, meine Mitarbeiterin Katja hat das alles perfekt im Griff). Und ja, ich überlege ständig, was ich neu machen kann, was ich verbessern kann, was mir so in den Kopf kommt. Meistens sprudle ich richtig über vor neuen Ideen. Ich werde mir im Jahr 2017 noch viel mehr Zeit nehmen, um Neues auszuprobieren und zu verwirklichen.

Oft sehe ich Onlineshops und denke: „Wow, ist das schön gemacht!“ Professionelle Fotos, die Farben passen alle hervorragend zusammen, ein schönes Design erfreut das Auge, die Texte von einem Profi geschrieben…. toll! Aaaaaaber…. das werdet ihr bei mir einfach nicht finden. Meinen Porzellankeller mache ich ganz alleine. Klar, ich hole mir Tipps von Profis. Klar, ich lese ganz viel dazu und nehme an Workshops teil. Klar, ich schaue mir Videos bei Youtube an, wie man den perfekten Onlineshop auf die Beine stellt. Aber meinen Porzellankeller möchte ich selbst machen. Mir fallen ständig neue Dinge ein und mein Mann ist schon total gestresst, wenn er mitkriegt, dass ich einen neue Farbe installieren will – weil er weiß, dass alles Mögliche schiefgeht, ich wieder versehentlich die komplette Seite lösche und dann bis tief in die Nacht daran sitze, bis alles wieder neu gemacht ist – und er selbst am Ende gar keinen Unterschied von vorher zu nachher sieht (immerhin hat er in all den Jahren mit mir gelernt, dann einfach zu sagen: „Das sieht aber jetzt viel besser aus!“). Aber das will ich so – ICH will das selbst machen – nicht „machen lassen“. Ich WILL mich da durchquälen – damit ich es beim nächsten Mal weiß. Auch wenn es dann nachher nicht so professionell aussieht. Mein Geschirr, das kenne ICH, das wird erst in meinem Wohnzimmerschrank gehortet und dann auf meinem Sofa fotografiert (klar habe ich eine extra Fotobox mit Leuchten und verschiedenfarbigem Hintergrund – die Bilder werden aber einfach nicht so gut wie auf meinem Sofa in der Ecke unter meiner Leselampe). Nicht profimäßig, dafür aber mit Liebe gemacht.

Ja, manchmal bin ich chaotisch. Aber in solchen „Kleinigkeiten“ bin ich wiederum sehr perfektionistisch. Wenn ein Textblock am Ende 0,5 cm länger ist als der andere, dann kann ich mich 3 Tage lang damit beschäftigen, diesen halben Zentimeter weg zubekommen. Wenn das Bild nicht genauso breit ist wie der Text, dann macht mich das bekloppt. Wenn der Griff der Tasse nach links zeigt, dann muss das Foto halt noch mal neu gemacht werden. Es lässt mir dann einfach keine Ruhe.

Dafür habe ich das, was „man so normalerweise als Hausfrau vor Weihnachten macht“, auf Sparflamme gesetzt. Nein, meine Fenster sind nicht geputzt – auch gar nicht schlimm, es regnet. Dafür durfte meine Tochter mit bunten Kreidestiften die Balkontür verschönern – dann sieht man auch keinen Hundesabber mehr. An Heilig Abend gehen wir essen – haben wir voriges Jahr ausprobiert, es ist genial entspannend. Kombiniert mit einem langen Spaziergang um den Weiher und dem Wissen, dass wir nachher in ein (mehr oder weniger) aufgeräumtes Zuhause ohne schmutzige Küche und GeschirrbergeF kommen. Riesen-Besuche zu Weihnachten – nein, nicht mehr. Wer kommt, kriegt ne Tasse Kaffee wie an jedem anderen Tag. Treppe putzen? Nö, stelle ich lieber ein paar Blumentöpfe drauf. Geschenke? Mein Mann bekommt einen Kurzurlaub (hihi, klar, mit mir) geschenkt und ich den Kurzurlaub in Holland. Töchterchen durfte ihre Geschenke bei Ikea selbst aussuchen – das ist auch schon Tradition bei uns. Sohnemann hat keine Lust auf Weihnachten – auch gut. Früher habe ich Stress gemacht ohne Ende und bin nie fertig geworden. Irgendeine Arbeit tauchte immer noch auf – das Parkinsonsche Gesetz gilt auch für Hausarbeit: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maße aus, wie Zeit für die Erledigung zur Verfügung steht!“

Irgendwie bin ich jetzt schon wieder total von dem abgedriftet, was ich eigentlich schreiben wollte 🙂 Ich wollte meinen Kunden und Bekannten eigentlich nur ein paar liebe Weihnachtsgrüße schicken. Wir hatten ein gutes Jahr 2016 und konnten viele Leute von unserem Porzellankeller überzeugen. Den Ebay-Shop haben wir ja schon seit fast 17 Jahren. Der Porzellankeller ist noch verhältnismäßig neu und ich habe mir im vorigen Jahr viel Mühe gegeben, ihn bekannter zu machen. Auf diesem Wege werden wir auch im neuen Jahr weitergehen. Also:

wir wünschen unseren Kunden, Freunden und Bekannten ein schönes und erholsames Weihnachtsfest!!!

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Termine…

Schon den ganzen Morgen geht mir etwas durch den Kopf, das ich gar nicht so richtig fassen kann. Es geht um Termine, um „Pflichten“, um „Arbeit“. Es geht um Mütter, die nicht mehr ein und aus wissen, aber „keine Zeit“ haben, etwas gegen immer größer werdende Probleme und depressive Verstimmungen zu tun.

„Ich werde mich natürlich auch mal entspannen und die Adventszeit genießen – wenn ich mit den Geschenken für Tante Olga und Onkel Heinz fertig bin und die selbstgebastelten Weihnachtskarten verschickt habe und das neue Rezept für das Weihnachtsmenue ausprobiert habe und dem Kindergarten beim Renovieren des Gesellschaftsraums für die Krippenaufführung geholfen habe…..“

„Mit sehendem Auge in das Unglück rennen“ kommt mir da in den Sinn. Zu spüren und zu wissen, dass man sich gerade hoffnungslos überfordert und trotzdem weitermachen. Und natürlich die Frage nach dem WARUM. Warum tut man sich das an? Die meisten wissen, dass sie viel zu viel tun und dass es nicht gerade förderlich für die eigene Gesundheit ist und sie eigentlich etwas mehr Ruhe bräuchten. Sie merken, dass die Rückenschmerzen immer schlimmer werden und sie nachts nicht einschlafen können, weil die Gedanken sie nicht loslassen und das Kopfweh jetzt schon drei Tage anhält – aber sie kommen aus dem Hamsterrad einfach nicht raus.

Mütter und ihre Termine. Egal, ob berufstätig oder nicht. Eigentlich…. wenn man berufstätig ist, hat man des öfteren ein schlechtes Gewissen – aber doch auch eine nette Begründung, warum man das jetzt nicht machen kann 🙂 Da ich ja mit Kindern zuerst mein Abitur per Fernkurs nachgeholt, dann an der Uni studiert und nun ein Onlinebusiness eröffnet habe, hatte ich ja immer etwas zu tun. Wenn die Kinder im Schwimmkurs waren, nutzte ich die Zeit, um in der Cafeteria die Mathe-Aufgabe zu erledigen. Übrigens würde ich das heute gerne mal von außen sehen, wie ich da einen großen Tisch mit meinen Unterlagen in Beschlag nahm und jeder zu mir rüber schielte, was ich da denn mache, wenn ich laut vor mich hin fluchte. Samstag abends Schulfest und es werden Helfer gesucht, die die Rostwürstchen umdrehen – sorry, ich schreibe am Montag eine Prüfung. Wir schnitzen mit den Kindern Kürbisköpfe – nö, geht nicht, ich muss eine Präsentation vorbereiten. Im Kindergarten den Geburtstag der Tochter mit vor Ort frisch zubereiteten Spaghetti Bolognese und Schokoladencreme als Dessert sowie einer dreistöckigen Geburtstagstorte feiern – nein, sorry, ich habe da einen wichtigen Termin und es gibt einen ganz gewöhnlichen Marmorkuchen.

Irgendwann habe ich gemerkt: Okay, das glaubt mir ja niemand. Es wird so oder so gelästert. Weil einfach niemand von den anderen Elternteilen so lebte wie ich. Das war unbekanntes Terrain, sie wussten einfach nicht, wie das ist, wenn man für die Abiturprüfung 3 Jahre lang Lehrbriefe abarbeiten muss. Oder wie viel Vorbereitung eine 35 jährige Studentin braucht, wenn sie an der Uni vor lauter 19 jährigen eine Präsentation über Probleme mit älteren Patienten hält. Aber wenn mir keiner meine Begründung glaubt, dann brauche ich doch vielleicht auch gar keine? Dann ist es vielleicht okay, wenn ich einfach sage: „Ich will das einfach nicht machen!“

Im Nachhinein kann ich mich kaum an eine andere Mutter oder einen anderen Vater persönlich erinnern. Also haben mich die missbilligenden Blicke wohl gar nicht so tief getroffen. Wichtig waren mir ganz andere Dinge. Immer da zu sein, wenn die Kinder mir etwas erzählen wollten. Da wurde der ganze Papierkram einfach weg geschoben und musste warten. Ich weiß noch, wie ich mit meinem Sohn in der Nacht vor einer Vordiplomprüfung bis morgens um 3 Uhr am Tisch gesessen und diskutiert habe. Den Kindern zu zeigen, wie wichtig ihr Geburtstag für mich ist, auch wenn ich mich nicht in den Kindergarten stelle und ein dreigängiges Menü koche (das würde von mir sowieso niemand essen wollen). Ja, natürlich gehörten da auch Backvormittage in der Grundschule dazu, als die Kinder klein waren, und selbstverständlich auch Schulveranstaltungen mit Präsentationen und Projekten des eigenen Nachwuchses. Klar, ich bin auch mit der Laterne gewandert und habe Ostereier im Pfarrgarten gesucht. Aber nicht ALLES muss IMMER mitgemacht werden und nicht ALLES ist für die Kinder selbst wichtig.

Denn was ist denn die langfristige Auswirkung, wenn man es allen anderen recht machen will? Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das sehr gut zu beobachten. Backen ja, aber muss es denn jetzt tatsächlich ein Backmarathon über vier Wochenenden sein? Muss man denn wirklich an jeder Vereinsfeier teilnehmen? Muss man sich in der Schule, in der Kirche und gleichzeitig auch noch im Kinderturnen ehrenamtlich engagieren? Wobei ich mich immer frage, ob genau DIE Mütter, die das angeblich gerne tun und superwichtig finden, auch über die herziehen, die es nicht machen wollen oder können – weil sie es vielleicht im Grunde ihres Herzens auch nicht wirklich machen wollen? Muss man sich als Mama wirklich ganz alleine um Dekoration, Einkauf, Geschenke und Verpacken kümmern? Muss man das Nebensächliche wie Müll raustragen, Boden wischen, Kühlschrank sauber machen denn wirklich alleine machen, weil genau in dem Moment mal wieder grad niemand anderes da ist? Oder geht das auch anders?

Darf und kann man auch einfach mal Nein sagen? Ohne schlechtes Gewissen? Darf und kann man einige Termine einfach nicht wahrnehmen, weil sie für einen selbst und die eigenen Kinder gar nicht so wichtig sind? Darf und kann man einfach mal andere machen lassen? Darf und kann man die ganze Familie dabei mit ins Boot nehmen? Kann denn derjenige, der glückselig mit am Back-Tisch sitzt und fünfzehn Tannenbäume hintereinander mit Liebe ausstanzt, auch an Einkauf, Spülen, Müllentsorgung und anschließendem Küche-Reinemachen teilnehmen? Klar, ist schon etwas ungemütlich, wenn man es anders gewöhnt ist. Stößt auch bestimmt nicht auf Begeisterung. Aber ich denke schon, dass es sich lohnt. Damit Mama nicht nach Weihnachten erschöpft in der Küche sitzt und sich wünscht, dass die Schulferien bereits am 25.12. zu Ende sind, damit sie wenigstens morgens ihre Ruhe hat. Und damit sich auf Dauer etwas ändert, an jedem einzelnen Tag und nicht nur im Dezember.

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Ganz einfach ich…

Unperfekt ist sexy

Perfekt unperfekt

Muss man denn vielleicht gar nicht perfekt sein?

“Was hast du heute gegeben, das anderen eine Freude macht?”

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“Was hast du heute gegeben, das anderen eine Freude macht?”

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„Was hast du heute gegeben, das anderen eine Freude macht?“

 

Karin Wess hat in ihrer XMAS-Challenge heute einen interessanten Impuls gegeben:

„Was hast du heute gegeben, das anderen eine Freude macht?“

#XmasChange  #RandomActOfKindness

Da ich nur morgens Ruhe zum Schreiben habe, kann ich nicht bis heute abend warten 🙂 Und morgen… nein, dann habe ich es wieder vergessen. Ich bin ja ein eher ungeduldiger Mensch. Aber tatsächlich hat Karin da ungewollt einen Punkt bei mir angesprochen. In diesem Sinne ist heute nämlich wirklich ein besonderer Tag für mich. Ich werde heute jemandem die Hand reichen, der mich schon sehr, sehr oft enttäuscht hat und der jede Menge Fehler gemacht hat. Die wenigsten verstehen, dass ich das mache. Noch weniger (eigentlich niemand in meinem Umfeld?) würde diesen Weg auch so gehen. Ich kann es auch nicht erklären, warum ich das so mache. Es ist einfach so in mir drin.

Ich bin generell ein Mensch, der verzeihen kann. Nicht vergessen, aber verzeihen. Das ist natürlich an gewisse Bedingungen geknüpft. Es muss eine gewisse Zeit vergangen sein, so dass ich innerlich Abstand nehmen konnte. Der andere muss sich „bewährt“ haben. Ich muss also sehen (und hoffen), dass er sich geändert hat. Ich muss Vertrauen gefasst haben, dass es zu keinerlei negativen Vorfällen mehr kommen wird. Und ich muss mir meine Gedanken dazu gemacht haben. Jemand anderem die Schuld für etwas geben, ist manchmal auch sehr erleichternd für einen selbst. Aber im Leben ist es niemals ganz geradlinig. Vielleicht – aber nur vielleicht – wären die Dinge auch anders passiert. Vielleicht haben viele kleine Schritte zu dem Ergebnis geführt und nicht ein einziger großer Sprung. Vielleicht trifft den anderen gar nicht die Gesamtschuld, sondern nur eine Teilschuld. Und vielleicht können wir mit der dargebotenen Hand die Zukunft ein kleines Stückchen verbessern. Für irgendjemanden. Und für uns.

Denkt mal drüber nach, ob es irgendjemandem in eurem Leben gibt, dem ihr bisher nicht verzeihen konntet. Der vielleicht mal eine blöde Bemerkung gemacht hat, die er längst bereut. Der vielleicht schlecht über euch geredet hat, weil er die falschen Informationen hatte. Der vielleicht mal einen Fehler gemacht hat, weil er zu dieser Zeit und in diesem Umfeld einfach nicht über die Konsequenzen nachgedacht hat. Und dann fühlt mal in euch rein, ob ihr immer noch so wütend, sauer und unversöhnlich seid. Oder ob es jetzt einfach Zeit ist zum Loslassen von Groll und Ärger.

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Perfekt unperfekt

Was kann ich nicht? Und was werde ich auch niemals lernen können? Nun, normalerweise kann man alles lernen. Ich finde diesen Spruch so cool: „Ich kann alles, was ich brauche. Und was ich nicht kann, kann ich lernen!“

Was ich nicht kann? Lügen. Ich kann es nicht. Es geht einfach nicht. Meine Freundin hat mir vor -zig Jahren beibringen wollen, wie man lügt (Boah, Mensch, das sind jetzt tatsächlich schon fast 25 Jahre her). Effekt? Sie kann es jetzt auch nicht mehr. Ich bin der Typ, der nicht mal im Parkverbot parken kann ohne Schweißausbrüche zu bekommen. Lügen und anderen etwas vormachen, was nicht da ist – ich kann es einfach nicht. Auch wenn es manchmal durchaus vorteilhaft wäre. Mein Mann sagt immer: „Du glaubst aber auch wirklich alles!“ Ja, das ist der Nachteil daran. Da ich selbst nicht lügen kann, gehe ich immer davon aus, dass andere auch nicht lügen. Das ist aber definitiv falsch, das habe sogar ich mittlerweile erkannt. Ich habe mich aber auch nicht bewusst dazu entschieden, so zu ticken. Das bin einfach ich. Ich denke so, ich empfinde es so – und meistens reflektiere ich es auch nicht.

Aber etwas hat mich dann doch über einen längeren Zeitraum nicht losgelassen. Da ich ja ständig in Facebook und Instagram unterwegs bin, sehe ich auch die vielen Fotos meiner Bekannten. Ich rede nicht von Freunden, denn die kenne ich ja allzu gut. Bekannte, die man irgendwo kennengelernt hat, oder die man gut findet und deren Profilen man folgt. Und was sehe ich? Perfekte Menschen, perfekte Familien, perfekte Wohnungen, perfekte Gärten, perfekte Mahlzeiten…. alles so wunderschön in Szene gesetzt und fotografiert. Warum sieht es denn bei mir nicht so aus? Warum sehen WIR nicht so aus? Da kommt doch ein ganz klein bißchen Neid auf. Wäre es nicht schön, wenn alles um uns rum so perfekt wäre? Warum ist es das denn nicht?

Nun….. ein paar kleinere Erklärungen hätte ich ja schon. Wir haben hier keinen freien Bodenraum. Denn dort stehen überall Hundekörbchen, Katzenkörbchen und natürlich der tolle neue Pappkarton rum, den irgendeine Katze immer besetzt hat. Aktuell total in ist der Pappkorb von Rewe. Unser Kater Garfield hat wohl beschlossen, dass das sein absolutes Traumhaus ist. Wie kann ich den Karton dann wegräumen? Gar nicht, geht nicht.

Mein Bücherregal? Es würde mit all seinen Fachbüchern auf Fotos bestimmt ganz doll beeindruckend wirken. Doof aber, dass genau in dieser Ecke der Katzenkratzbaum steht. Wirkt dann nicht mehr grad so intellektuell. Aber es ist der beste Platz, dass wir unseren Katzen auch zusehen können, wenn sie sich darauf rumflegeln.

Meine Essecke? Die Stühle sind fast noch neu (nun ja, wenn man von der einen oder anderen Katzen-Kratzspur mal absieht). Aber ich liebe sie, jeder Stuhl hat eine andere Farbe. Und die Sitzkissen darauf sind auch wieder in verschiedenen Farben, nicht passend zu den Farben der Stühle. Ich liebe es bunt. Aber? Nun ja, doof, wenn über mindestens einem Stuhl immer die Wäsche hängt. Warum die Wäsche? Weil ich mir gerne unnötige Arbeit erspare. Und ich habe einen zeit- und bügelsparenden Trick gefunden. Nach dem Trockner schüttele ich die T-Shirts und Pullover kräftig aus und hänge sie über den Stuhl. Vielleicht fängt „man“ anschließend an zu bügeln. Falls nicht, sind die T-Shirts nach 2 Tagen komplett glatt und man kann sie zusammenlegen. Praktisch, aber zum Fotografieren nicht so gut geeignet.

Meine Küche? Irgendwie habe ich immer das Gefühl, das das eine WG-Küche ist. Kaum ist sie sauber und aufgeräumt, kommt irgendjemand und stellt schmutziges Geschirr AUF die Spülmaschine. Oder macht sich was zu essen. Oder zu trinken. Oder meine Tochter kreiert irgendwas neues, das sie bei Youtube gesehen hat. Oder die Tiere werden gefüttert. Also auch nicht geeignet. Warum klappt das denn bei anderen? Warum sieht das immer so toll aus auf (anderer Leute) Fotos?

Seit ich Bilder auf Instagram poste, fällt es mir immer öfters auf. Wenn ich einen kleinen Ausschnitt aus meinem Leben zeige, dann sieht das für mich plötzlich auch ganz toll aus. Sobald ich bewusst hinsehe, kann ich die Schönheit im Alltag, im Detail erkennen. Die Kamera hilft beim Zoomen. Eine Freundin aus der Großstadt hat mal den Blick von unserem Balkon bewundert. Ich lebe schon immer hier in diesem Haus, mir fällt das schon gar nicht mehr auf. Aber ja, es stimmt. Es sieht wunderschön aus, wenn ich ins Tal sehe. Unverbauter Blick auf einen großen Wald und auf Wiesen. Oft auch auf eine Herde Kühe. Oder auf einen Fuchs oder ein Reh. Wie schön ist das denn?

Der Adventskranz – dieses Jahr selbstgemacht von meiner Tochter und deshalb etwas Besonderes. Im Bad stehen nicht nur tausende von Flaschen und Tuben durcheinander herum – sondern auch vier Glasvasen mit bunten Glassteinen…..gesammelt in vielen Familienurlauben an meinem Traumstrand. Die Kinder und wir – nebeneinander in einer Reihe, den Blick auf den Sandboden gerichtet und die Freude, wenn jemand eine vom Wasser ganz weich geschliffene Glasscherbe gefunden hat. Grüne, weiße und orangefarbene Glassteine. Ganz selten und deshalb mit lautem Geschrei bejubelt die dunkelblauen Steine. Alles gesammelt in Glasvasen auf dem Badezimmerschrank.

Das Aquarium im Wohnzimmer passt eigentlich gar nicht dorthin. Es verstellt die Tür ins Schlafzimmer (wir haben aber noch eine 🙂 ), es quetscht sich zwischen Wand und Wohnzimmerschrank. Aber ich habe von meinem abendlichen Platz auf dem Familiensofa den direkten Blick auf meine Fische – und zu einigen könnte ich eine Geschichte erzählen. Meine abendliche Wasserwelt-Betrachtung: gemütlich, entspannend und herrlich unperfekt. Apropos Familiensofa. Gekauft haben wir ein Sofa in U-Form, das man ausziehen kann, so dass es eine große Liegefläche hat. Ausziehen KANN – nun ja, es wird eigentlich nie mehr zusammengeklappt, weil das schlicht und ergreifend unnötig ist. Zehn Wolldecken, unzählige große und kleine Kissen, Katzen, Hunde, der Mops auf allerhöchster Stelle, Kinder, Patenkinder, Freunde der Kinder – alles hat darauf Platz. Gemütlichkeit pur. Auch wenn es ganz und gar nicht aufgeräumt aussieht, dieses Kuddelmuddel.

Unser Wohnzimmerschrank…. die Ablageflächen sind irgendwie nie leer. Da ich ja viel, viel, sehr viel Porzellan kaufe, auch online, steht das Geschirr nach dem Auspacken immer zuerst im Wohnzimmerschrank rum. Geknipst wird nämlich….. auf unserem Sofa 🙂 Klar, ich habe unten im Porzellankeller extra eine profimäßige Fotobox zum Knipsen mit vier verstellbaren Lampen als Beleuchtung und unterschiedlich farbigem Hintergrund…. Bullshit, die Fotos werden auf unserem schwarzen Ledersofa einfach am schönsten.

Und dann hatte ich endlich kapiert, dass auch Fotos auf Instagram und Co nicht „gelogen“ sind. Sie zeigen einen kleinen Ausschnitt der Realität. Den Ausschnitt, den man jetzt und aktuell zeigen will. Perfekt auf seine eigene Art und Weise. Einen Meter nach rechts oder links gedreht, kann der Effekt ganz anders sein.Wenn man zoomt, auch. Es ist für das eigene Erleben wichtig, wohin die Aufmerksamkeit geht. Nervt uns das große ganze? Das Durcheinander und das nicht Erledigte und das Un-perfekte? Oder richten wir unseren Blick lieber auf das, was uns und unser Leben ausmacht? Was einzigartig ist und was uns etwas bedeutet? Was gemütlich ist und schöne Erinnerungen auslöst? Man hat die Wahl.

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PS: auch dieses Foto, gerade eben gemacht, ist perfekt unperfekt. Klirrend kalt draußen, wunderschöne Landschaft,… und oh Schreck, der Gartenschlauch liegt da noch so im Weg rum. Ja, klar, wenn man den Blick genau darauf richtet, dann nervt er echt. Andere Leute machen ihren Garten winterfest. Wir kommen erst im Frühjahr dazu. Aber wenn man einen Zentimeter nach rechts schaut, dann sieht man, wie unsere Lotte angeeilt kommt, weil sie Kohldampf hat. Da sollte die Energie hin, da ist dann plötzlich Leben im Bild. Und der Gartenschlauch wird unwichtig.

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#powerfrau #powerfrauen #läuftbeimir #unperfekt #ichliebemeinenjob #frauenpower #gutelaune

Wenn man den anderen sein lässt, wie er nun mal ist….

Gerade lade ich ein Foto auf den PC und denke so vor mich hin: „Schau mal, da sind ja drei verschiedene Tiere drauf, von denen man gemeinhin sagt, sie würden sich nicht verstehen!“ Unser Hund probiert nämlich die neue Katzenhütte für unseren Balkon aus, die Katze hat es sich darauf gemütlich gemacht und erst beim Runterladen habe ich gesehen, dass im Hintergrund auch noch unser Aquarium, also auch unsere Fische zu sehen sind. Und?

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Ich werde immer wieder gefragt: „Vertragen die sich auch?“ Ja, meistens. Das Geheimnis? Dürfte wohl sein, dass ich immer wieder vergesse, mir darüber überhaupt Gedanken zu machen. Den Kater vom Foto hat mein Mann von der Arbeit mitgebracht. Er hat neben einem Bauernhof gearbeitet und die Katzenmama dort ist von einem Auto überfahren worden. Fünf kleine Babykatzen waren also plötzlich ganz alleine auf dem Heuboden. Klar hat er sie mitgebracht. Der Kleinste hatte gerade mal 240 g Gewicht. Alle mit total entzündeten Äuglein und einem Riesenhunger. Dann kann ich doch nicht meine Hunde fragen, ob die einverstanden sind damit. Nix, da müssen die halt durch. Wenn die nicht wissen, dass Hunde und Katzen nicht miteinander klar kommen, dann ist es ja gut. Dann kommen die auch gar nicht erst auf dumme Gedanken.

Vor ein paar Jahren hat mein Mann mir ein neugeborenes Schäfchen angeschleppt. Das Mutterschaf hat es verstoßen und es war erst ein paar Stunden alt. Wäre ja echt nett, wenn er mir lieber Blumen mitbringen würde statt Tiere, die aufgepäppelt werden müssen. Aber nun ja…. Klar, auch dieses Tierkind habe ich großgezogen. Mit Babyflasche und Lätzchen. Mit Wärmeflasche auf dem Sofa unter meiner Wolldecke bei Bauchweh. Hätte ich meine Hunde fragen sollen, ob die das möchten? Nö, die hätten ja Nein sagen können. Stattdessen durften sie auch noch Nachtwache halten, sind schließlich Hütehunde. Einer musste immer bei Schäfchen auf dem Balkon schlafen. Alleine wollte es nicht, Schafe sind ja Herdentiere. Meine Aussiehündin hat Schäfchen in das Reisebett getrieben, dort musste es bis morgens bleiben und durfte sich nicht mucksen. Mein Bobtail hat sich selbst ins Bettchen gelegt und was das Schäfchen macht, war ihm piepegal.

Und so hatten wir alles mögliche und unmögliche Viehzeug in unserer Wohnung: freilaufende Chinchillas, die über die Hunde sprangen. Vögel und Fische. Hamster und Kaninchen in der Küche. Es hat immer geklappt. Jeder hat den anderen das sein lassen, was er ist. Nie hat jemand versucht, aus dem Schaf einen Hund zu machen. Oder aus dem Chinchilla eine Katze. Warum versuchen wir Menschen immer, aus dem anderen einen anderen Menschen zu machen? Wäre es nicht einfacher, wenn man den anderen so akzeptieren könnte, wie er nun mal von Natur aus ist?

 

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Muss man denn vielleicht gar nicht perfekt sein?

Unperfekt ist sexy

Ganz einfach ich…

 

Und schau einfach mal in unseren Porzellankeller hinein:

www.porzellankeller.de

 

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Muss man denn vielleicht gar nicht perfekt sein?

Nach den letzten beiden Blogbeiträgen von mir habe ich unheimlich viele Kommentare bekommen, die sinngemäß lauten:

„Ich erkenne mich in deinen Sätzen wieder! So geht es mir auch! Ich kenne das!“

Nun frage ich mich langsam:

wenn es doch vielen Frauen so geht, warum setzen wir uns dann alle so unter Druck? Vor wem wollen wir denn perfekt dastehen – wenn andere auch nicht perfekt sind? Warum treiben wir uns an, obwohl wir schon lange müde sind, nur damit andere gut von uns denken? Das macht doch alles gar keinen Sinn! Vielleicht müssen wir das ja gar nicht?

Es gibt diese immerwährenden Spielchen: „Wer ist die beste Mama / die beste Hausfrau / die beste Hundebesitzerin / die beste….?“. Muss man da überhaupt mitspielen? Darf man sich auch ausklinken – ganz entspannt und mit einem guten Gewissen?

Die „Perfekten“….. Dazu fällt mir ganz viel ein. Die kleinen Jungs im Handball- oder Fußballverein – und ihre perfekten Mamas, bewaffnet mit Megafon und Trinkflasche und riesiger Sporttasche (ich würde wirklich gerne wissen, was da immer drin ist) am Spielrand. Kekse backen in der Grundschule und Vereinsfeiern am Wochenende. Würstchen grillen beim Sommerfest und biologisch wertvolles Pausenbrot in Herzchenform mit Grünzeuggarnierung. WEHE dem, der da nicht mitspielt. Der ist für immer Außenseiter (Fehler werden mit herablassenden Blicken geahndet und vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zur weiterführenden Schule hinter vorgehaltener Hand unter den Insidern weitergegeben – garantiert).

Man trifft diese „Perfekten“ übrigens auch bei Facebook in verschiedenen Hundeforen. Denn das sind die, die auf die unschuldige Frage „Wie oft und wie lange geht ihr denn mit euren Hunden spazieren?“ immer antworten: „Morgens kurz eine Stunde und abends vor dem Schlafengehen auch noch mal schnell eine Stunde zum Pipimachen. Mittags natürlich eine große Runde, etwa 3 Stunden. Am Wochenende und bei gutem Wetter selbstverständlich mehr. Das ist das Minimum. Wer das nicht kann, der soll sich gefälligst keinen Hund zulegen!“. Anscheinend müssen die keinen Haushalt machen, nicht arbeiten und nicht einkaufen. Doch, denn bei entsprechenden Rückfragen kommt die Antwort: „Ich arbeite ganztags, alles eine Frage der Organisation! Man muss nur wollen.“.

In der „WiewerdeichdieperfektesteHausfrauallerZeiten“-Gruppe bei Facebook gibt es manchmal Tipps, da weiß ich gar nicht mehr, ob das ernst gemeint ist. Ich lese die Frage: „Wie reinigt ihr denn eure Rolladengurte, wenn sie so leicht grau werden?“ Ich möchte schon eine witzige Bemerkung darunter schreiben, weil ich denke, dass da jemand die anderen veräppeln will. Aber da ist jemand schneller als ich und schreibt: „Du musst den Gurt komplett rausmachen, dann kannst Du ihn in der Waschmaschine mitwaschen!“ Hä? Oder „Rühre doch eine Paste mit Backpulver und etwas Milch an, die du eine Stunde einwirken lässt. Damit kriegst du diesen häßlichen Grauton raus!“ Euer Ernst? Ihr macht euch Sorgen um das Vergilben eurer Rolladengurte? Meine Rolläden im Wohnzimmer sind seit Jahren kaputt. Den einen lasse ich permanent oben, damit der Gurt, der nur noch an zwei ganz dünnen Fäden hängt, nicht abreißt. Naja, ist ja auch nicht schlimm, kann man von draußen auf mein Aquarium schauen. Auf der anderen Seite muss ich den Gurt von Hand über den kleinen Kasten wickeln, weil er sich nicht automatisch wieder aufzieht. Heute nachmittag – endlich – kommt ein Rolladenbauer vorbei und repariert das. Hoffentlich fragt der mich nicht, warum der Gurt so grau ist. Huch – ich muss ja vorher noch aufräumen und die Weihnachtsdeko wieder von den Fenstern entfernen. Nicht, dass die Männer denken, ich hätte den Termin vergessen oder wäre nicht vorbereitet.

Und so gibt es auf jedem Gebiet jemandem, der nichts besseres zu tun hat, als einem unter die Nase zu reiben, dass man grottenschlecht ist in dem, was man macht. Wenn man mal was macht. Weil man ja zuwenig macht. Immer. Und dann auch noch das Falsche. Wobei man sich ja auch fragen könnte, wie diese Leute es denn schaffen, neben ihrem straff organisierten Tagesplan überhaupt noch bei Facebook reinzuschauen. Woher wissen die überhaupt, dass es Facebook gibt?

Wäre es nicht schön, wenn jeder so sein dürfte, wie er ist? Ohne sich zu verstecken? Ohne eine Maske aufzusetzen? Es wird immer ganz groß gepostet, wie wichtig es ist, andere nicht zu diskriminieren. Wie soll das denn im großen klappen, wenn es im kleinen nicht funktioniert? Warum muss man sich selbst so gut darstellen, indem man andere runtermacht? Fühlt man sich dann tatsächlich besser – auf Kosten der Nicht-Perfekten?

Wäre es nicht wirklich mega, wenn jeder zu dem stehen könnte, was er macht oder halt nicht macht? Ohne Ausrede. Einfach so. Vielleicht findet sich dann wider Erwarten plötzlich noch jemand, dem es ganz genauso geht. Der erleichtert ist, weil es mal ausgesprochen wird. „Ja, bei uns gibt es auch Fertiggerichte, wenn wir keine Zeit zum Kochen haben. Oder keine Lust. Oder einfach, weil uns das schmeckt.“ … „Hey, genial, bei uns ist das auch so.“ Wie schön, dann können wir uns ab jetzt das schlechte Gewissen sparen und uns in dieser Zeit lieber wohlfühlen…

Das gilt übrigens beidseitig. Es ist doch toll, wenn es Leute gibt, die das alles gerne machen. Die es gerne sauber bis in den allerletzten Winkel haben. Die mit ihren Hunden den ganzen Tag on tour sind. Denen es Spaß macht, die verschiedensten Feste in Kindergarten, Schule, Kirche und Verein zu planen und vorzubereiten. Das ist doch super. Und wenn man es richtig gerne macht, dann hat man doch gar nicht vor, den anderen vorzuwerfen, dass „die“ das nicht machen. Sonst würden sie einem doch den ganzen Spaß wegnehmen. Und es ist auch absolut okay, wenn man das nicht gerne macht – und wenn man es zugibt. Nicht über die hetzen, die es gerne machen. Und nicht über die maulen, die es halt nicht gerne machen. Es ist nicht der eine besser als der andere. Jeder auf seine Art – und die Art des anderen freundlich respektieren.

 

Ich würde mich total freuen, wenn ihr meinem Blog folgt und/oder mir ein „Gefällt mir“ da lasst.

 

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Einen wunderschönen ersten Advent

Heute ist der erste Advent. Jetzt fängt die besinnliche Vorweihnachtszeit so richtig an. Der Duft der selbst gebackenen Weihnachtskekse verführt zum Naschen. Alle stehen gemütlich und entspannt in der Küche, die Weihnachtsschürze umgebunden, die nur zu diesem Anlaß aus dem Schrank genommen wird. Es wird Teig geknetet, die Kerzen brennen und der Backofen strömt die Wärme aus. Das ganze Haus ist liebevoll geschmückt. An jedem Fenster hängen kleine Lichter, die morgens und abends die Dunkelheit beleuchten. Im Kleiderschrank stapeln sich schon die Geschenke, liebevoll in Weihnachtspapier umhüllt und mit kunstvollen Schleifen verziert. Kleine Weihnachtsmänner und Engel stehen auf jeder freien Fläche herum, mit Deko-Schnee verziert und mit selbstgemachtem Weihnachtsschmuck der Kinder umsäumt. Die Weihnachtsmusik klingt aus den Lautsprechern…..

…..und wenn das alles bei mir so wäre, würde ich Euch davon ein Foto machen 🙂

Irgendwie habe ich das noch nie geschafft. Ich habe aber schon von Frauen gehört, die das hinkriegen. Andere Frauen. Ich gehöre nämlich nicht dazu. Gar nicht. Bei uns gibt es eher so „Vorweihnachtszeit light“. Die Version, die nach außen gut aussieht, die ein wenigstens „Ausreichend“-Gefühl vermittelt und die nicht so viel Zeit kostet. Da bin ich absoluter Profi drin. Deshalb meine allererste Priorität: „Die Vorweihnachtszeit fängt bei mir erst am Ersten Dezember an“. Hört sich super an! Damit lege ich Wert drauf, dass sich Weihnachten nur im Dezember abspielt und nicht schon vorher – reines Konsumdenken, da mache ich doch nicht mit! Gut, dass niemand weiß, dass ich schon Ende September auf der Suche nach Schoko-Lebkuchen bin, weil mein Sohn den so liebt.

Weihnachtsgeschenke – da bin ich echt gut drin. Sagt mein Mann. Denn irgendwann ist ihm aufgefallen, was ich da mache. Ich bestelle ihm tolle Sachen. Eine neue, schicke Winterjacke. Richtig edle Pullover, da lasse ich mich ja nicht lumpen. Schuhe, qualitativ wertvoll, mit Nässe-Membran und garantiert kälte-dicht bis minus 24 Grad. Macht Ihr auch so? Gut. Was ist mein Trick dabei? Einfach mal eine Nummer kleiner kaufen. Die Freude unterm Weihnachtsbaum wird nicht getrübt. Denn es sieht ja alles total schön aus, sehr wertvoll und exclusive. Und man will ja auch nicht unbedingt zugeben, dass man gar nicht in die dicke Jacke reinpasst. Ist ja sowieso kein Problem, der Einzelhandel ist nach Weihnachten so kulant, das kann man ja alles umtauschen. Aber…. wer macht das denn? Mein Mann mit Sicherheit nicht. Er möchte nicht anstehen, er möchte nicht reklamieren, er möchte nicht umtauschen. Muss er ja auch nicht, als gute Ehefrau mache ich das doch selbstverständlich für ihn. Wir sind jetzt seit 22 Jahren zusammen. In den letzten Jahren ist ihm leider aufgefallen, dass sich das immer so abspielt. Und dass er bis Januar vergessen hat, dass ich da was für ihn umgetauscht habe. Denn LEIDER gab es den Pulli / die Jacke / die Schuhe dann nicht mehr in seiner Größe. Und ZUFÄLLIG habe ich dann was für mich gefunden. Totales Schnäppchen und soooo praktisch und ich hatte ja den Gutschein schon in der Hand…..  Der gute Wille zählt schließlich.

Wie gesagt, er hat dann irgendwann gemerkt, dass seine Größe seltsamerweise immer im Januar und Ende Mai (nach seinem Geburtstag) ausverkauft ist. Seither verwende ich ein neues System. Ich schaue, wo ich gerne hinfahren würde. Kurzurlaub in der Eifel. Wochenende im Hambachtal. Ein paar Tage in Holland. Gibt ein wahnsinnstolles Weihnachtsgeschenk für meinen Mann ab 🙂 Und jeder beneidet ihn um so eine großzügige Ehefrau. An seinem 50.Geburtstag geht es in ein tolles Hotel an der Costa del sol. Er möchte zwar nach Gran Canaria, aber da ist zu dieser Zeit leider kein Hotel mehr frei – das weiß ich jetzt schon.

Weihnachtsdeko – ja, das kann ich. Mein Mann meinte mal, dass ich der einzige Mensch bin, der es schafft, eine komplette Weihnachtsdekoration in weniger als 5 Minuten anzubringen. Ich weiß, da bin ich unschlagbar. Leider, leider haben wir bisher noch nicht mal die Halloween-Kisten gefunden. Also fiel die Halloween-Deko dieses Jahr aus. Spart Arbeit – die müssen wir schon mal nicht wegräumen. Nun habe ich gefühlte 25 Kisten mit Weihnachtszeugs im Keller stehen. Verteilt im ganzen Keller. Das heißt, ich weiß bisher noch gar nicht, wo ich überhaupt suchen soll. Heute ist ja erst der 27.November. Ihr wisst ja, dass ich erst am 1.Dezember anfange. Also habe ich ja noch viel Zeit. Irgendwo müssen sie ja stehen. Gut, dass der künstliche Weihnachtsbaum so groß ist, dass noch nicht mal ich ihn übersehen kann. Nicht aufregen, der kommt in die Ecke vom Esszimmer, zusammen mit dem leuchtenden Weihnachtsdorf, das auch immer groß und breit in der Waschküche steht und gar nicht übersehen werden kann. Es gibt selbstverständlich einen „echten“ Weihnachtsbaum. Den sucht mein Mann gemeinsam mit unserer Tochter aus, bringt ihn heim (alleine das wäre wohl schon einen eigenen Beitrag wert), stellt ihn im Wohnzimmer auf (JEDES Jahr das gleiche Gemotze: der Baum steht nicht gerade, die Seite ist nicht die richtige, wo ist denn schon wieder der Christbaumständer? Ihr kennt das?) und dekoriert ihn. Ich habe einen klugen Mann. Er weiß, dass wir unseren Weihnachtsbaum wohl erst Anfang Januar hätten, wenn er diese Arbeit mir überlassen würde. Beim Schreiben fällt mir auf: doof gelaufen, genau an dieser Stelle, wo der Weihnachtsbaum immer steht, steht dieses Jahr aber ein Aquarium. Das ist ja mal doof. Und jetzt? Keine Ahnung.

Als die Kinder klein waren, gab es eine Regel: „wir machen jeden Tag einen Teil der Weihnachtsdekoration“. Mal ein Zimmer / einen Schrank / die Fenster. Geniale Idee von mir. Ich musste nicht alles auf einmal machen und hatte das sogar noch zu einem Weihnachtsritual ausgerufen. Seit meine Tochter nicht mehr so ganz klein ist, dekoriert sie das ganze Haus an einem Tag. Ist aber echt nicht meine Schuld, wenn sie so ungeduldig ist.

Weihnachtskekse – ich mag keine Kekse. Zumindest keine selbst gebackenen Kekse. Zumindest keine von mir selbst gebackenen Kekse. Die von anderen schon. Jahrelang habe ich mit den Kindern Kekse gebacken. Nicht, weil wir die essen wollten. Sondern weil es ihnen so viel Spaß gemacht hat, aus dem Teig etwas auszustechen und mit bunten Perlen zu verzieren. Ich weiß noch, dass ich mal der absolute Hit beim Grundschul-Kekse-backen war, weil ich eine Ausstechform vom Ikea-Elch hatte. Nun sind sie groß – Töchterchen backt selbst. Ich schaue zu, wir blödeln rum, wir probieren gemeinsam – und machen nachher gemeinsam die Küche sauber. Es hat auch seine Vorteile, wenn die Kinder groß werden. Mein Favorit jedes Jahr ist ein Rezept meiner Freundin (die kennt mich schon länger 🙂 ): Schokoladenkekse vom Backblech. Alles zusammenrühren (wenn Mandeln fehlen, kann man Haselnüsse nehmen; wenn Haselnüsse fehlen, nimmt man Schokostreusel – ich habe schon alle möglichen Variationen durch, weil mir immer irgendwas fehlt), ab aufs hohe Backblech, backen und danach in längliche Vierecke schneiden. Das krieg sogar ich hin. Vor allem, seit wir einen Backofen haben, bei dem man die Backzeit einstellen kann. Nun ja, nicht „man“, sondern meine Tochter. Ich lege sehr viel Wert drauf, dass sie zu Selbständigkeit erzogen wird.

Und so schaffe ich mir meine Freiräume in der Vorweihnachtszeit. Gut, dass ich keine Zeit für ein schlechtes Gewissen habe. Es gibt gerade jetzt so viele Angebote, wie man sich diese Zeit geruhsam und stressfrei gestalten kann / soll / MUSS. Jeden Tag trudeln mindestens 5 entsprechende Emails in meinem Postfach ein: Adventsmeditation, Burnout-Vorsorgetipps, Entspannungsrituale. Und ja, alleine schon das löst eine Stressreaktion bei mir aus. Man kann nicht alles machen. Entspannung auf Knopfdruck funktioniert nicht. Schließlich ist gerade das jetzt die Zeit, in der in unserem Porzellankeller am meisten gekauft wird. Da ist garantiert wenig Zeit für Entspannung und für Entschleunigung. Was mache ich also? Ich sammle all diese genialen Angebote und Vorschläge für die Zeit nach Weihnachten. Denn da möchte ich es mir gemütlich machen. Da möchte ich Zeit für die Kinder haben – und für mich. Da kann ich das gut gebrauchen. Deshalb bleibt die Weihnachtsdekoration bei uns auch laaaaange hängen. Sehr lange. Weil ich die Lichtchen so gerne mag. Weil ich dann Zeit habe, entspannt zu genießen. Weil ich ganz rührselig werde, wenn ich sehe, was die Kinder früher im Kindergarten- und Vorschulalter gebastelt haben (das hebe ich alles auf). Weil ich Ferien liebe, denn dann sind die Kinder daheim und haben Zeit für mich.

Und jetzt…. jetzt schaue ich mal, wo ich am ersten Advent, an einem Sonntag, noch einen Adventskranz herbekomme 🙂

Unperfekt ist halt sexy

Lasst mir doch einen Kommentar da:

 

 

 

Unperfekt ist sexy

Auf meinen letzten Blogartikel #ganzeinfachich habe ich viele tolle Kommentare bekommen. Das war echt toll. Anscheinend ist es gar nicht so schlimm, wenn man nicht perfekt ist. Seltsam. Dabei geben wir uns doch immer soviel Mühe, dass uns andere Leute so perfekt wahrnehmen. Nur keine Fehler machen – oder zumindest gut vertuschen. Warum? Damit das Gegenüber depressiv wird, weil es selbst genau weiß, dass es halt NICHT perfekt ist? Damit es sich minderwertig fühlt? Damit es zu mir hochsehen soll? Das macht doch keinen Sinn, so will ich doch gar nicht gesehen werden. Ich will sympathisch wirken (und sein). Ich will, dass andere Ähnlichkeiten mit mir feststellen (eine Grundlage für Sympathie). Und ich will, dass ich auf gleicher Augenhöhe kommunizieren kann. Das könnte ich nach dieser Logik aber nur mit Leuten, die sich ebenfalls perfekt präsentieren. Will ich das? Nein, ist mir viel zu kompliziert und macht viel zu viel Arbeit. Mag ich perfekte Leute? Nein, denn die gibt es nicht. Es gibt nur Leute, die sich perfekt darstellen können. Ich gehöre mit Sicherheit nicht dazu 🙂

Und wie kann ich dann einen Porzellanladen führen?

Eine liebe Bekannte hat mir vor kurzem sinngemäß gesagt: „Du kannst ja gar nicht so chaotisch sein. Wenn ich mir die Fotos von Deinem Porzellankeller anschaue, da steht alles perfekt im Regal.“ Stimmt! Das ist ein Bereich, wo ich sogar eher perfektionistisch bin. Oben in meiner Küche trete ich die Töpfe mit den Füßen in den Schrank, damit ich die Tür noch zu bekomme. Unten im Porzellankeller werde ich hysterisch, wenn jemand die Griffe der Tassen nach links statt nach rechts dreht. Warum nach rechts? Keine Ahnung. Fühlt sich für mich nur dann stimmig an. Und da ich die Chefin bin: alle Henkel nach rechts! Meine Leute sind das von mir gewöhnt. Erst gestern versuchte Katja mich unter dem Berg von Geschirr, Kartons und Geschenken überhaupt zu erkennen und sprang gleich zu mir: „Kann ich dir vielleicht etwas abnehmen?“ Da hatte ich mal wieder versucht, einen Weg zu sparen und dafür 37 Sachen in zwei Händen zu transportieren. Ach ja, in zwei Händen und mit einem Kinn, denn dort klemme ich immer alles fest. Mache ich auch so, wenn ich „nur mal schnell einen Artikel einkaufen gehe“. Meine Tochter: „Sollen wir nicht einen Einkaufswagen nehmen?“ Ich: „Nein, das lohnt nicht!“. Nun ja, es gibt ja immer nette Leute, die mir aufheben, was aus meinem Turm so runterfällt und mich vorlassen, bevor ich alles auf ihren Füßen auskippe. Konnte ich denn wissen, dass der Kaffee heute im Angebot ist? Also Türme bauen kann ich gut. Ist auch sehr wichtig, wenn man einen Keller voller Kartons hat. Schließlich muss man für alles, was man verpackt, eine andere Größe haben. Bestimmt gibt es Händler, bei denen das gut aussieht. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Ich kann die Kartons unglaublich gut stapeln – schließlich habe ich jahrelang Tetris gespielt. Leider, leider, leider braucht man aber immer den Karton, der genau untendrunter steht. Das gefährdet die Stabilität meiner Türme ganz enorm. Gar nicht zu reden davon, wenn ich geschreddertes Papier in den Kartons verteile – und noch dazu sehr großzügig in 10 Quadratmetern Umkreis (äh? kann man denn Quadratmeter = eckig mit einem Kreis = rund in einem Satz nennen?).

Und Leute, verzeiht es mir, wenn ich mal nicht ans Telefon gehe. Ich kann grad unten an der Waschmaschine sein, weil wir sonst als 4-Personen-Haushalt mit einem kleinen Gästehandtuch auskommen müssen. Oder ich habe gerade den Mund voller Essen und kann nicht reden. Oder ich muss gerade eins meiner Kinder irgendwohin fahren oder abholen oder vor irgendeinem Geschäft „kurz“ auf sie warten. Deshalb habe ich ja auch keine offiziellen Geschäftszeiten und kein Ladengeschäft von 9 Uhr bis 18 Uhr. Das kriege ich einfach nicht geregelt. Sprecht mir auf den Anrufbeantworter, dann rufe ich zurück. Und falls ich es nicht mache, ruft einfach noch mal an.

Was mir im Moment total Spaß macht, nennt man wohl „Marketing“. Also auf jeden Fall (so die Definition von Marketing) versuche ich, meine Produkte zu vermarkten, also so zum Verkauf anzubieten, dass der Käufer sie als wünschenswert wahrnimmt. Mit weniger großspurigen Worten: mir kommt was in den Sinn und ich muss es jetzt, sofort jetzt und in diesem Moment, verwirklichen. Nicht in 5 Minuten, wenn ich das Geschirr weg geräumt habe oder ich mir mal die Haare gekämmt habe, sondern JETZT.  Ich kann mich da richtig reinsteigern. So, dass ich alles um mich herum vergesse. Dabei habe ich dann ein bestimmtes Bild im Kopf, das ich verwirklichen will. Und zwar genauso, nicht nur ein bißchen so. Vieles kann ich aber noch nicht – aber man kann ja bekanntlich alles lernen. Also vertiefe ich mich dann zum Beispiel in die Kunst, ein Mockup herzustellen:

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Oder wie man ein PDF schreibt:

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(das Ihr übrigens *hier* kostenlos herunterladen könnt).

Oder ich baue auf meiner Homepage einen Adventskalender (Leute, erzählt es nicht weiter, aber ich weiß noch gar nicht, was hinter den Türchen ist 🙂 ):

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Da vergesse ich alles um mich rum, das ist Spaß total! Meistens! Wenn die Arbeit zum gewünschten Erfolg führt. Manchmal steht mir mein Un-Perfektionismus aber auch hier im Weg. Wie mein Sohn immer sagt: „Klicks doch nicht sinnlos überall 10x drauf! Lies doch zuerst mal, was da geschrieben wird!“ Tja, Anleitungen sind was für Anfänger. Langweilig, will ich nicht. Ich bin eher der Typ, der einfach mal drauflos hämmert und guckt, was sich dann tut. Oft klappt es. Oft auch nicht. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Wenn man sich denn dran erinnern kann….. Deshalb nehme ich als Schriftart sehr gerne „Vollkorn“. Nicht, weil sie mir so gut gefällt. Sondern weil ich mir da wenigstens den Namen merken kann. Die Codes meiner Farben habe ich mir auf meiner Schreibunterlage notiert. Praktisch, weil sogar ich sie sofort finde. Doof, wenn ich das oberste Papierblatt in den Müll werfe, weil ich mal wieder eine Tasse Kaffee drüber gekippt habe.

Apropos finden…. wenn man ca 8.800 Artikel (Artikel mit mehreren Stücken sind aber nur 1x gezählt) in 3 Räumen lagert, dann kann man manchmal beim Suchen verrückt werden. Klar, es gibt Händler, die haben da System drin und bei denen ist auch alles gelistet. Wir haben auch System: „dort, wo Platz ist, können wir was hinstellen“.  Manchmal rutscht so ein einzelner Teller aber unter einen Stapel anderer Teller und versteckt sich dort. Oder jemand legt die Eierbecher in eine Terrine und macht den Deckel drauf. Oder verschiedene Artikel von einem Dekor landen an drei verschiedenen Standorten. Hm…. Mit anderen Worten: wir suchen öfters mal was. Meistens finden wir es genau dann, wenn wir dem Kunden gerade geschrieben haben, dass wir es nicht finden 🙂

So, jetzt schwinge ich mich mal in meine Jeans, damit ich dem Paketzusteller nicht schon wieder in meiner lila Snoopy-Schlafanzugshose und mit wirrem Haar die Tür öffnen muss.

Und hier findet Ihr unseren Porzellankeller: www.porzellankeller.de. Nicht perfekt, aber mit viel Liebe gemacht. Ich freu mich über Kommentare, Likes und Follower 🙂

 

„Unperfekt ist sexy“ weiterlesen

Ganz einfach ich…

#ganzeinfachich

Der neue Artikel von www.karinwess.com ist mal wieder grenzgenial – und verführt dazu, einfach mal bei einer Blogparade mitzumachen. Wie so oft bei mir: keine Ahnung, kein Wissen, ganz einfach TUN.

„Ganz einfach ich“ – ja, wie bin „ich“ denn einfach?

Gar nicht „einfach“, eher etwas kompliziert gestrickt. Ich fange an, etwas zu erzählen und komme vom Hundertsten ins Tausendste und wieder zurück. Etwas schwer für den Zuhörer, aber zumindest meine Familie hat gelernt, sich einfach das Wichtigste rauszusortieren und den Rest ungehört verhallen zu lassen.

Ich suche ständig Wörter, die ich nicht finde. Dafür rede ich im Geschäft mit meinen Kindern, die NICHT mehr hinter mir stehen, und ernte dafür seltsame Blicke von den herumstehenden Personen. Ich liebe lesen – und lese gleichzeitig an 4 verschiedenen Büchern (und habe noch 8 auf meinem Kindle gespeichert, die ich auch noch dringend lesen wollte). Ich fange immer fünf Dinge gleichzeitig an und verheddere mich, versinke im Chaos, kämpfe mich durch und steige mit wehendem Haar wieder auf.

Ich beginne damit, die Wohnung aufräumen, bringe die schmutzige Wäsche runter, räume dann schnell mal die Waschküche auf und gleich noch den Rest des Kellers, möchte einen Eimer wegstellen und sehe dabei Unkraut, fange zu zu rupfen, meine Hunde beobachten mich und ich fange an, den Ball für sie zu werfen. Ich renne an die Haustür, mein Mann kommt schon von der Arbeit heim und ich wundere mich, dass die Wohnung noch nicht aufgeräumt ist. Wo ist der Tag hin und warum steht hier noch alles auf dem Kopf?

Umgekehrt kann es aber sein, dass ich schon mit einer Idee im Kopf aufwache und direkt um 6.30 Uhr mit noch geschwollenen Augen an den PC hechte. Ohne viel Ahnung, aber mit einer unglaublichen Energie, meine Ideen verwirklichen zu wollen, stelle ich hier mal was um und ändere dort was – mache dem Paketzusteller in meiner Monster-Schlafanzugshose und ungekämmt die Haustür auf – wundere mich, warum die Kaffeekanne schon wieder leer ist – überhöre großzügig das Klingeln des Telefons – – habe zwei Lesebrillen auf dem Kopf und eine auf der Nase –  und bin total verwirrt, wenn meine Tochter schon aus der Schule heimkommt, weil es gefühlt erst 7.15 Uhr ist, meine Funkuhr an der Wand aber 15.40 Uhr anzeigt.

Ich gehe einkaufen und will auf dem Weg noch mindestens fünf andere Besorgungen erledigen. Die Hälfte vergesse ich, an anderes denke ich (was ich gar nicht gebraucht hätte), komme heim und lasse die Einkäufe im Auto liegen. Dafür aber mit allen Leuten unterwegs noch ein Schwätzchen gehalten und mal wieder ist der Tag rum.

Ich fange an zu kochen und da es mir zu langweilig ist, neben Topf oder Backofen stehen zu bleiben, mache ich noch schnell was anderes – bis mich ein beißender Geruch zurück in die Küche treibt. Wie mein Sohn es beschreibt: „das Essen ist noch hell-schwarz“!

Ich springe in die Hausschuhe, um meine Kinder irgendwo abzuholen – und stelle bei einem Blick in den Rückspiegel fest, dass ich nur unter einem Auge Kajalstift aufgetragen habe. Spiegel find ich blöd.

Ich rede von „Gleichberechtigung in der Hundeerziehung“ und habe einen Bobtail, der nix kann, aber ein Leckerlie fürs „Lieb-Gucken“ bekommt. Eine Australian-Shepherd-Hündin, die echt was leisten muss für einen Snack (weil sie fast explodiert, da sie gelernt hat, die Tür vom Mülleimer zu öffnen). Und einen Mops, der den ganzen Tag auf dem Schoss gehalten wird, weil er nur dort richtig gut schlafen kann – er wird übrigens auch ins Bett „getragen“. Und ja, falls es jemandem aufgefallen ist, es gibt kaum unterschiedlichere Hunderassen. Aber alle lieben sich – und sie lieben auch meine Katzen.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich in Facebook lebe. Dort habe ich so tolle Frauen kennengelernt, mit denen ich mich lieber „unterhalte“ als mit Leuten, die ich irgendwo treffe, aber gar nicht gut finde. Small Talk langweilt mich. Unehrlichkeit macht mich bekloppt. Ungerechtigkeit auch. Ich bin, wie ich bin. Für Masken habe ich weder Zeit noch könnte ich mir sowas merken. Ich kann nicht lügen – konnte ich noch nie. Nicht mal die Klappe halten, wenn es vielleicht mal diplomatischer wäre.

Ich liebe meinen Job über alles – manchmal stehe ich inmitten von drei Zimmern Porzellan und platze fast vor Stolz. Und manchmal fällt es mir sogar schwer, diese wunderschönen Dinge herzugeben 🙂 Dafür kaufe ich für mein Leben gerne ein – wenn mein Mann mich nicht manchmal bremsen würde, könnten wir noch ein Zimmer anbauen. Ich bestelle die Sachen oft online – und wundere mich dann, wenn nach ein paar Tagen die Pakete ankommen, weil ich schon längst wieder vergessen habe, was da drin ist.

Nichts in meinem Leben ist gradlinig und einfach. Ich habe in grauer Vorzeit eine Lehre als Steuerfachgehilfin angefangen, danach aber wegen meines Sohnes nicht weitergearbeitet. Da ich mit zwei Kindern, einer Oma, drei Hunden und etlichem Kleingetier nicht ausgelastet war, habe ich mein Abitur per Fernkurs nachgemacht,  noch ein Kind bekommen, meinen Ebay-Shop aufgemacht, an der Uni Psychologie studiert, um dann nach dem Diplom Gas zu geben – in meinem Online-Shop. Ebay war mir dann auch zu wenig, also habe ich einen eigenen Webshop eröffnet, an dem ich seither ständig rumbastle. Ich möchte meinen eigenen Shop, der MIR gefällt und der MICH zeigt. Nicht so, wie alle anderen ihn haben. So, wie er mir JETZT gefällt. Das kann morgen anders sein. Das kann übermorgen noch mal genau das Gegenteil sein. Aber es ist das, was ich jetzt im Moment richtig gut finde. Nur das kann ich meinen Kunden präsentieren und nur das fühlt sich richtig gut für mich an.

Und, wie es für mich so typisch ist, gerade als ich diesen Text veröffentlichen wollte – war er verschwunden…. Da ich aber mittlerweile Übung darin habe, konnte ich ihn nach einer Schreck-Minute auch wieder finden 🙂

 

 

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